Gottesdienst zu Hause – eine Anleitung:

Hinweis: “Ankündigungen“ meint die oben auf dieser Seite angegebenen Texte für den jeweiligen Sonntag.

Wir suchen in der Wohnung einen ruhigen Ort.

Wir zünden eine Kerze an.

Wir legen Gesangbuch und Bibel bereit, auch Papier und Stifte, für Notizen, sowie die Angaben aus den „Kirchlichen Nachrichten“

Wir werden still, halten Ausschau und sprechen:

Die Nacht ist vergangen, der Sonntag beginnt. Lasst uns aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens.

Wir beten:

Barmherziger Gott, lieber Vater im Himmel! Mit dir wollen wir die neue Woche beginnen. Aus der Unruhe des Alltags rufst du uns in deine Nähe. Lass uns zur Ruhe finden. Ordne unsere Gedanken, sammle unsere Sinne, öffne unsere Herzen für dein Wort. Unser Mund soll dich preisen und bitten. Segne uns in diesem Gottesdienst! Amen.

Wir suchen ein Morgenlied aus dem Gesangbuch aus.

Wir singen -oder sprechen- das Lied.

Wir bekennen unsere Sünde:

Lieber Vater im Himmel, ich komme zu dir und bekenne: Ich habe dein Gebot übertreten. Ich habe dich nicht über alles geliebt, und meinen Nächsten nicht geliebt wie mich selbst.

Weil Jesus Christus für mich am Kreuz starb, bitte ich dich: Vergib mir meine Sünde und schenke mir einen neuen Anfang! Amen

Wir lesen einen Psalm            (siehe Ankündigungen)

Wir rufen zu Gott:

Einer: Herr Jesus, du bist für uns als Mensch geboren.

Alle: Herr, erbarme dich!

Einer: Du bist für uns am Kreuz gestorben.

Alle: Christe, erbarme dich!

Einer: Du bist für uns vom Tod erstanden.

Alle: Herr, erbarme dich!

Gott in der Höh sei Preis und Ehr, den Menschen Fried auf Erden. / Allmächt‘ger Vater, höchster Herr, du sollst verherrlicht werden. / Herr Jesus Christus, Gottes Sohn, wir rühmen deinen Namen; / du wohnst mit Gott dem Heilgen Geist im Licht des Vaters. Amen

oder

Allein Gott in der Höh sei Ehr / und Dank für seine Gnade, / darum dass nun und nimmermehr / uns rühren kann kein Schade. / Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; / nun ist groß Fried ohn Unterlass,/ all Fehd hat nun ein Ende.

Wir beten:

Herr, rede zu uns durch dein lebendiges Wort. Lass uns deinem Ruf gehorchen und Jesus Christus, unserm Herrn, nachfolgen. Der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen

Wir lesen und hören die Lesungen dieses Sonntags   (siehe Ankündigungen)

Wir wählen eine der Lesungen aus, die wir genauer bedenken. Wir machen unsere Entdeckungen im Bibel-Text, indem wir fragen:

  • Was wird über die Menschen gesagt? Was tun sie?
  • Was wird über Gott / Jesus Christus / den Heiligen Geist gesagt? Was tut Gott für uns Menschen?

Wir erkennen daraus, was wir beten können:

  • Was macht mich dankbar? Wofür kann ich Gott danken?
  • Welche Schuld wird mir bewusst, die mich von Gott trennt?
  • Worum kann ich Gott bitten, für andere Menschen und für mich?

(als HILFE: Hier ist es sinnvoll, sich Notizen zu machen!)

Wir singen -oder sprechen- das Hauptlied der Woche     (siehe Ankündigungen)

Wir bekennen mit dem Apostolischen Glaubensbekenntnis unseren Glauben

Wir beten, indem wir Gott unseren Dank und unsere Bitten sagen.

(als HILFE: an dieser Stelle die Notizen verwenden, die gemacht wurden!)

Wir beten das Vaterunser

Wir stellen uns unter Gottes Segen:

So segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Gesamtkirchlicher Video-Ostergottesdienst

Drei Pröpste und ein stellvertretender Propst der vier Kirchenregionen der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) und einige Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker haben unter Leitung von SELK-Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. (Hannover) in den vergangenen Tagen einen gemeinsamen Video-Gottesdienst zum Osterfest zusammengestellt. Das Ergebnis wird ab Samstag, 11. April, auf der SELK-Homepage www.selk.de (Rubrik "Videos": auf der Frontseite unten links unterhalb von SELK-Aktuell) angeboten. 

In diesem Gottesdienst wird der Eröffnungsteil mit einem Orgelvorspiel, dem Osterhymnus "Christ ist erstanden" und dem Rüstgebet aus der Immanuelsgemeinde Groß Oesingen in der Kirchenregion Nord der SELK unter Leitung von Propst Dr. Daniel Schmidt (Groß Oesingen) eingespielt. Die Kirchenmusikerin und Kantorin Antje Ney (Hanstedt/Nordheide) singt den Eingangspsalm (Introitus) sowie das Kyrie und das Gloria in den Melodien des in der Fertigstellung befindlichen neuen Evangelisch-Lutherischen Kirchengesangbuches der SELK. Der stellvertretende Propst der SELK-Kirchenregion Süd, Superintendent Manfred Holst (Marburg), liest die Epistel, währen der leitende Geistliche der SELK-Kirchenregion Ost, Propst Gert Kelter (Görlitz), das Osterevangelium liest. Aus der SELK-Kirchenregion West trägt Propst Burkhard Kurz (Dortmund) das Fürbittengebet bei. Die Predigt und den Schlusssegen hält Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. (Hannover). 

Bischof Voigt erklärte gegenüber selk_news, dass er immer noch auf das Gesamtergebnis gespannt sei, auch wenn er die einzelnen Ausschnitte schon kenne. Es sei dieser Ostergottesdienst ein schönes Zeichen des Zusammenhalts seiner Kirche und gewähre zudem Einblicke in Kirchen, die man nicht jeden Sonntag sehen könne. Im Zentrum stehe natürlich die frohmachende Osterbotschaft von der leiblichen Auferstehung Jesu Christi. Die Gegenüberstellung von Adam und Christus, die der Apostel Paulus im vorgesehenen Predigtabschnitt (Die Bibel: Der erste Brief an die Korinther, Kapitel 15, Verse 19-28) beschreibt, mache deutlich, dass die durch Adams Urschuld unterbrochene Gemeinschaft zwischen Menschen und Gott durch Jesu Kreuz und Auferstehung nun wieder hergestellt sei. "In Zeiten des coronavirusbedingten Verzichts auf persönliche Gemeinschaft mit unseren Angehörigen und Freunden ist diese Botschaft besonders tröstlich", sagte Voigt gegenüber selk_news. 

Karfreitag: Gebet zur Todesstunde des Herrn

Ich trete ein.

Ich finde meinen Platz.

Ich komme zur Ruhe.

Ich sehe den schmucklosen Altar.

Ich schaue auf den Gekreuzigten.

Ich knie nieder und bete:

Jesus Christus, du bist wegen meiner Sünde verwundet,

wegen meiner Sünde zerschlagen.

Die Strafe liegt auf dir, damit ich Frieden habe,

und durch deine Wunden bin ich geheilt.

Ich singe oder spreche:

(Gesangbuch EKG 55,1)

O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, / allzeit funden geduldig, wiewohl du warest verachtet: / All Sünd‘ hast du getragen, / sonst müssten wir verzagen. / Erbarm dich unser, o Jesu.

Ich lese und bete aus der Bibel den 22. Psalm …..

und bete dann weiter:

Jesus, Gekreuzigter,

du bist den Weg bis ans Ende gegangen.

Darin liegt ein großes Geheimnis.

Wenn ich es auch jetzt nicht fassen kann,

so bitte ich dich doch:

Öffne mir die Augen für deine göttliche Liebe,

die Liebe, die sich selbst in den Tod hinein begibt.

Und ich bitte darum,

dass der alte Adam in mir sterbe, mit allen Sünden,

und dass ein neuer Mensch herauskomme –

ein Mensch, der für dich lebt.

Du allein kannst mir das schenken.

Amen

Ich lese oder höre aus der Bibel:

Erste Lesung: Johannes 19,25-30                Stille

Zweite Lesung: Johannes 19,31-37              Stille

Ich singe oder lese:

(Gesangbuch EKG 63,9-10)

Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir,

wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür;

wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein,

so reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Pein.

Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod,

und lass mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot.

Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll

dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl.

Ich lese oder höre aus der Bibel:

Dritte Lesung: Johannes 19,38-42               Stille

Ich bete mit eigenen Worten, oder mit folgenden Worten:

Jesus Christus, unter deinem Kreuz wird mir klar,

wie verloren und verlassen ich bin,

wie dunkel und wüst es ist in meinem Leben,

das eigene Sterben steht mir vor Augen,

mich müsste das Verdammungs-Urteil treffen,

denn mein Herz kennt dich nicht,

heillos ist mein Leben ohne dich,

von dir habe ich mich abgewandt,

suchte immer den eigenen Vorteil

und hatte nur Augen für mich selbst.

Vor deiner Güte bin ich weggelaufen,

deine Langmut habe ich verachtet,

und damit dich und dein Leben verraten

und mit ans Kreuz geschlagen.

So rufe ich zu Dir:

         Erbarme dich meiner, o Jesu!

Jesus Christus, du bist vom Himmel herabgekommen

und Mensch geworden mir zugute,

hast dich unter das Gesetz gestellt, um mich zu erlösen

hast mein Leid auf dich genommen

und meine Schmerzen zu deinen Schmerzen gemacht,

du hast dein Leben geopfert,

und die Erde wurde mit Deinem Blut getränkt.

Du bist gehorsam geworden bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.

So rufe ich zu Dir:

         Erbarme dich meiner, o Jesu!

Jesus Christus, du scheinst in unserer Finsternis als das wahre Licht,

du kamst in der Fülle der Zeiten und bleibst bis ans Ende der Tage,

durch deinen Tod

hast du die Macht der Sünde und die Gewalt des Todes zerstört,

deinen Leib und dein Blut schenkst du auch mir

zur himmlischen Speise und zum Trank des immerwährenden Heils,

dein Kreuz ist das Zeichen des Sieges,

das Angeld der Erlösung der ganzen Welt:

Schlagen magst du mich wohl, ja –

aber um eins bitte ich dich:

Gib mich nicht preis dem ewigen Tod.

Richte mich, aber verwirf mich nicht,

nimm nicht von mir den Trost deiner Gnade

und den Glanz deines Angesichts.

So rufe ich zu Dir:

         Gib mir deinen Frieden, o Jesu!

Wer mag, bezeichne sich mit dem Zeichen des Kreuzes.

Ich bitte um Gottes Frieden, indem ich singe oder spreche:

(Gesangbuch EKG 55,3)

O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, / allzeit funden geduldig, wiewohl du warest verachtet: / All Sünd‘ hast du getragen, / sonst müssten wir verzagen. / Gib uns dein Frieden, o Jesu.

Ich verweile schweigend

Dann verlasse ich still die Kirche.

Gründonnerstag: Gebet in der Kirche oder zuhause

Ich trete ein.

Ich finde meinen Platz.

Ich komme zur Ruhe beim Schein der brennenden Kerze.

Ich bin da, vor Gott.  – Das ist genug.

Nichts soll mich jetzt ablenken.

Ich werde still und bete leise:

Ich will hintreten zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist.

Ich singe oder spreche:

(Gesangbuch EKG 154,1-2)

1 Jesus Christus, unser Heiland, der von uns den Gotteszorn wandt,

durch das bitter‘ Leiden sein half er uns aus der Höllen Pein.

2 Dass wir nimmer des vergessen, gab er uns sein Leib zu essen,

verborgen im Brot so klein, und zu trinken sein Blut im Wein.

Ich rufe zu Gott:

Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe!

Sei mir nahe mit deiner Gnade. Erhöre mein Gebet.

Herr ich rufe dich an für deine Gemeinde – für alle, die auf dich hoffen und zu dir rufen: Verleihe ihnen Vergebung und Frieden, dass sie einst dein Heil schauen im ewigen Leben.

Ich lese Psalm 111

Ich bete weiter:

Herr, barmherziger Vater, du bist heilig. Was du tust, das hat Bestand.

Mitten hinein in diese Welt sendest Du deinen Sohn. Sein Weg führt ans Kreuz. Dorthin, wo Heil und Leben geschaffen wird für die Welt. Für alle, die an ihn, den Gekreuzigten glauben.

Und am Passah-Abend, am Vorabend seines Sterbens, hat er für uns das Abendmahl gestiftet. Davon hören wir. Daran denken wir. Dafür danken wir – auch wenn es uns jetzt verwehrt ist, das Mahl zu feiern.

Ich lese / ich höre die Lesungen dieses Tages:

2. Mose 12,1.3-4.6-7.11-14        Stille

1. Korinther 11,23-29               Stille

Ev. Johannes 13,1-15.34-35       Stille

Gründonnerstag – der Tag, an dem das Abendmahl im Zentrum steht. Ich habe gelesen, ich habe gehört, was davon berichtet ist. Von der Gemeinschaft, die uns Jesus Christus bietet. In, mit und unter dem Brot und Wein. Doch da ist das Gebot, den Nächsten zu schützen. Und so ist uns in dieser Zeit solche Gemeinschaft verwehrt.

Was bleibt, ist die Sehnsucht. Die Sehnsucht, es eines Tages wieder feiern zu dürfen. Die Sehnsucht, wieder ganz eins zu werden mit dem Herrn Christus. Die Sehnsucht, im neuen, ewigen Leben zu stehen. Im Leben, das mir ja in der Taufe zugeeignet worden ist. Die Sehnsucht, das zu empfangen, zusammen mit den Glaubensgeschwistern. Ach, was würde ich darum geben, das auch an diesem Ort zu haben!

Ich bete mit eigenen Worten, voller Sehnsucht im Herzen.

Ich stehe auf, um weiter zu beten, mit vielen anderen verbunden:

Vater unser im Himmel …..

Ich halte Ausblick:

Mit der Kirche Gottes auf Erden trete ich an diesem Abend ein in das höchste Fest, das die Christenheit feiert an diesen kommenden drei Tagen der „Heiligen Woche“: die Tage der Kreuzigung, der Grabesruhe und der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus.

Der Evangelist Markus bezeugt die Worte, die Jesus nach dem Abendmahl an seine Jünger richtete:

Wahrlich, ich sage euch, dass ich nicht mehr trinken werde vom Gewächs des Weinstocks bis an den Tag, an dem ich aufs neue davon trinke im Reich Gottes.

Ich singe oder spreche, und bitte Gott, dass er mich segne:

Herr, erbarm, erbarme dich, auf uns komme, Herr, dein Segen,

leit‘ und schütz uns väterlich, bleib bei uns auf unsern Wegen.

Auf dich hoffen wir allein, lass uns nicht verloren sein.

Wer mag, bezeichne sich mit dem Zeichen des Kreuzes.

Ich verweile schweigend.

Dann verlasse ich still die Kirche

Unser Kirchenvorstand:

Schloß-Gemeinde Erbach:

Bernd Rodemich

Mechthild Seidler

Schloß-Gemeinde Fürstenau:

Heinz Dort

St. Martinsgemeinde Rothenberg:

Ulrike Beisel

Klaus Braner

Karin Brinkmann-Volk

Karin Hammann

Marion Lessle

Willy Siefert