Anstoß

Himmelfahrt Jesu Christi

Was ist falsch an diesem Bild?

Himmelfahrt – der Evangelist Lukas beschreibt am Ende seines Evangeliums und am Anfang der Apostelgeschichte einen Vorgang, der sich all unserer Erfahrung und auch unserer Vorstellungskraft entzieht:
Jesus Christus – wahrer, ganzer Mensch und auch wahrer Gott – im Übergang von der sichtbaren, materiellen und zeitlichen Welt wie wir sie kennen in die immaterielle, unsichtbare, ewige Welt. Zu ihr haben wir keinen Zugang, solange wir leben. Lukas beschreibt ihn, diesen Übergang, gleich zweimal und auch das Markusevangelium schließt mit der Himmelfahrt Jesu. Die drei anderen Evangelisten halten sich an dieser Stelle etwas zurück, aber in Johannes 16 lesen wir dann aber doch in Jesu Abschiedsreden: “Jetzt aber gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und niemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin?” Die Hinweise auf Jesu Himmelfahrt finden sich also hier bei Johannes und auch bei Matthäus, sein Evangelium schließt mit dem Missionsbefehl (Mt.28, 18ff).

Nun zu unseren Bildern: Wir sehen eine Treppe in den Wolken, auf ihr einen einsamen Mann hinaufsteigen, in seiner Hand hält er einen Stock. Er scheint noch einen weiten Weg vor sich zu haben, denn das Ende der Treppe können wir nicht sehen, die Treppe verliert sich am Horizont. Sie scheint wohl ins Helle zu führen, aber – wird er es schaffen, dieser einsame Mann, wie er da geht, so ganz allein mit seinem Stock?

Wie anders erscheint uns doch dagegen das Bild auf der “Titelseite”: Der auferstandene Christus, der Sieger über Tod und Hölle, dem alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist, nimmt den Himmel ein und sitzt auf seinem Thron. Sein Licht erstrahlt und es erleuchtet den Kosmos, die Engel sind um ihn und dienen ihm. Und auch wir – alle, die zu ihm gehören – werden bei ihm sein. Der Mann auf der Treppe, fürchte ich, müht sich vergeblich.

Einen gesegneten Tag der Himmelfahrt Christi

Ihr/Euer Pfarrdiakon Gert Menges