Karfreitag: Gebet zur Todesstunde des Herrn

Ich trete ein.

Ich finde meinen Platz.

Ich komme zur Ruhe.

Ich sehe den schmucklosen Altar.

Ich schaue auf den Gekreuzigten.

Ich knie nieder und bete:

Jesus Christus, du bist wegen meiner Sünde verwundet,

wegen meiner Sünde zerschlagen.

Die Strafe liegt auf dir, damit ich Frieden habe,

und durch deine Wunden bin ich geheilt.

Ich singe oder spreche:

(Gesangbuch EKG 55,1)

O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, / allzeit funden geduldig, wiewohl du warest verachtet: / All Sünd‘ hast du getragen, / sonst müssten wir verzagen. / Erbarm dich unser, o Jesu.

Ich lese und bete aus der Bibel den 22. Psalm …..

und bete dann weiter:

Jesus, Gekreuzigter,

du bist den Weg bis ans Ende gegangen.

Darin liegt ein großes Geheimnis.

Wenn ich es auch jetzt nicht fassen kann,

so bitte ich dich doch:

Öffne mir die Augen für deine göttliche Liebe,

die Liebe, die sich selbst in den Tod hinein begibt.

Und ich bitte darum,

dass der alte Adam in mir sterbe, mit allen Sünden,

und dass ein neuer Mensch herauskomme –

ein Mensch, der für dich lebt.

Du allein kannst mir das schenken.

Amen

Ich lese oder höre aus der Bibel:

Erste Lesung: Johannes 19,25-30                Stille

Zweite Lesung: Johannes 19,31-37              Stille

Ich singe oder lese:

(Gesangbuch EKG 63,9-10)

Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir,

wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür;

wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein,

so reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Pein.

Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod,

und lass mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot.

Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll

dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl.

Ich lese oder höre aus der Bibel:

Dritte Lesung: Johannes 19,38-42               Stille

Ich bete mit eigenen Worten, oder mit folgenden Worten:

Jesus Christus, unter deinem Kreuz wird mir klar,

wie verloren und verlassen ich bin,

wie dunkel und wüst es ist in meinem Leben,

das eigene Sterben steht mir vor Augen,

mich müsste das Verdammungs-Urteil treffen,

denn mein Herz kennt dich nicht,

heillos ist mein Leben ohne dich,

von dir habe ich mich abgewandt,

suchte immer den eigenen Vorteil

und hatte nur Augen für mich selbst.

Vor deiner Güte bin ich weggelaufen,

deine Langmut habe ich verachtet,

und damit dich und dein Leben verraten

und mit ans Kreuz geschlagen.

So rufe ich zu Dir:

         Erbarme dich meiner, o Jesu!

Jesus Christus, du bist vom Himmel herabgekommen

und Mensch geworden mir zugute,

hast dich unter das Gesetz gestellt, um mich zu erlösen

hast mein Leid auf dich genommen

und meine Schmerzen zu deinen Schmerzen gemacht,

du hast dein Leben geopfert,

und die Erde wurde mit Deinem Blut getränkt.

Du bist gehorsam geworden bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.

So rufe ich zu Dir:

         Erbarme dich meiner, o Jesu!

Jesus Christus, du scheinst in unserer Finsternis als das wahre Licht,

du kamst in der Fülle der Zeiten und bleibst bis ans Ende der Tage,

durch deinen Tod

hast du die Macht der Sünde und die Gewalt des Todes zerstört,

deinen Leib und dein Blut schenkst du auch mir

zur himmlischen Speise und zum Trank des immerwährenden Heils,

dein Kreuz ist das Zeichen des Sieges,

das Angeld der Erlösung der ganzen Welt:

Schlagen magst du mich wohl, ja –

aber um eins bitte ich dich:

Gib mich nicht preis dem ewigen Tod.

Richte mich, aber verwirf mich nicht,

nimm nicht von mir den Trost deiner Gnade

und den Glanz deines Angesichts.

So rufe ich zu Dir:

         Gib mir deinen Frieden, o Jesu!

Wer mag, bezeichne sich mit dem Zeichen des Kreuzes.

Ich bitte um Gottes Frieden, indem ich singe oder spreche:

(Gesangbuch EKG 55,3)

O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, / allzeit funden geduldig, wiewohl du warest verachtet: / All Sünd‘ hast du getragen, / sonst müssten wir verzagen. / Gib uns dein Frieden, o Jesu.

Ich verweile schweigend

Dann verlasse ich still die Kirche.